Reallabor Berlin

Liebe Menschen,

es ist soweit: Unsere Webseite ist im Netz: www.reallabor-berlin.de ! Die wesentlichen Fakten sind erst einmal geschafft: Konzept, Seminar, unser Anliegen und wen und was wir suchen.  Bald werden wir auch einen Blog haben. Dort wird es Hintergrundtexte  geben und wir werden über die Fortschritte unseres Projektes berichten.

Ihr seid herzlich eingeladen, mitzumachen und/oder das Projekt zu kommentieren bzw. uns ein Feedback zu senden. Noch gibt es auf der Seite keine Kommentarfunktion, das wird sich aber  bald ändern.

Ich freue mich, wenn ihr mal vorbeischaut.

Viele Grüße, Marion.

In eigener Sache

Liebe BesucherInnen meiner Webseite,

lange ist auf diesen Seiten nichts mehr passiert. Das liegt nicht daran, dass ich untätig oder unlustig geworden bin, an den Themen Postwachstum, Transformation, gesellschaftliche Alternativentwürfe weiterzudenken und zu -arbeiten. Im Gegenteil. Ich bin derzeit dabei mich mit einem Kollegen zusammen auf ein Projekt zu fokussieren, in dem all das zusammenfließen wird, was ich in den letzten Jahren an neuen Erkenntnissen aus den Bereichen Philosophie, Gesellschaft/Politik, Physik und Biologie in Richtung neues Weltbild / Postwachstumswirtschaft gewonnen habe. Also Geduld! Es geht bald weiter, wenn auch voraussichtlich nicht auf dieser Webseite. Eine neue Webseite ist am Entstehen, ein Konzept steht, ein Seminar haben wir bereits entwickelt. Es wird einen Blog geben und wir werden Menschen suchen, die Lust haben unser Projekt / Unternehmen tatkräftig mit Engagement zu unterstützen. Sobald es soweit ist – ich schätze Mitte/Ende November -, werde ich dies hier ankündigen.

Ich möchte mich an der Stelle bei all den Menschen bedanken, die mich geliked haben und die auch ohne mich zu liken, meinen Texten Aufmerksamkeit geschenkt haben.

Bis bald auf einer anderen, weiterführenden, fokussierten Webseite, die ich hier in Kürze ankündigen werde.

Viele Grüße, Marion.

Geld – neu denken

Vier ExpertInnen sprachen am Mittwoch im „Socialee“ über einen anderen Umgang mit Geld, Zeit und Arbeit. Und ich finde: Das haben sie gut gemacht!

 Shai Hoffmann moderierte gestern im Rahmen des zweiten Socialee Engaged im Kreuzberger Crowdcafe Socialee“ ein Event zum Thema “ DA$ G€LD „. Socialee will ein soziales Netzwerk schaffen, mit Hilfe dessen Menschen für die unterschiedlichsten Ideen und Bedürfnisse Gleichgesinnte finden können. Rund 50 Interessierte – überwiegend junge Menschen – waren gekommen. Auf der Bühne saßen die Social Hackerin und Künstlerin Stephanie Bothor, die ein Jahr lang ohne Geld gelebt und anstelle dessen getauscht hat; Michael Bohmeyer, der mit seiner Crowdfunding-Plattform „Mein Grundeinkommen.de“ bereits 13 Menschen zu einem einjährigen Grundeinkommen verholfen und damit Zeit geschenkt hat, eigene Projekte und Ideen zu verwirklichen; Leo Wonneberger von der Initiative „Spreeblüte„, die ein Regio-Geld für den Berliner Raum einführen möchten und Thomas Mehwald, der sein Forschungsprojekt „Finanz-Commons“ vorstellte. Vier Menschen, die Experten in einem anderen Umgang mit Geld sind. Weiterlesen

Wer transformiert wen und wohin?

Gedanken zur Tagung „Große Transformation und ihre Kommunikation – Ein Change-Prozess im Schatten der Medien“ am 01. – 02.06.2015 in der Evangelischen Bildungsstätte auf Schwanenwerder

Da ich mir vorgenommen habe, künftig weniger scharf zu kritisieren, versuche ich es jetzt mal mit ein paar sanfteren Anmerkungen zur Transformations-Tagung auf Schwanenwerder. Ich muss sagen, dass ich ziemlich gespannt war, weil ich wusste, dass einer der Veranstalter – der Wissenschaftsjournalist Manfred Ronzheimer – sich schon seit längerem mit Transformationsjournalismus beschäftigt und erst kürzlich an der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg zum Thema geforscht hat. Die geladenen ReferentInnen waren überwiegend VertreterInnen und Verantwortliche aus dem etablierten Wissenschafts- und Forschungsbetrieb, aus der Politikberatung, der Enquete-Kommission und der Medienwelt. Sinn des Ganzen: Über die eigenen Ansätze berichten, miteinander ins Gespräch kommen und weiteres anschieben und entwickeln. Weiterlesen

Selber leben wagen

Der Handlungsspielraum Berlin ermöglicht (jungen) Menschen sich auszuprobieren – durch selbstbestimmtes Lernen – selbstständiges Denken – selbstbestimmtes Handeln und Arbeiten.

Ein Biotop experimenteller Gesellschaftsveränderung

Um neue Maßstäbe setzen zu können, müssen wir uns ausprobieren. Doch öffentlicher Raum für freie Experimente ist knapp. Er unterliegt der Geldlogik, die da heißt: Wenn ich einen Raum zur Verfügung stelle, dann will ich Gewinn erzielen – sei es in Form von Produkten oder Tätigkeiten, die sich letztendlich vermarkten lassen. Selten werden Räume zum freien Ausprobieren ohne Absicht kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Handlungsspielraum in Neukölln macht genau dies möglich. Ein Team junger Leute hatte die Nase voll vom institutionellen Lernen, von vorgezeichneten Arbeits- und Lebenswegen, vom gewinnorientierten Denken und Handeln. Kurzerhand schufen sie 2014 einen Raum auf 77 qm in einem Hinterhof im Brennpunkt-Kiez Neukölln. Zwei helle Räume inklusive einer kleinen Küche, einer Werkstatt und der Möglichkeit sich vor der Tür zu einem Plausch in die Sonne zu setzen – laden ein über sich selbst, die Art und Weise sich Wissen anzueignen und den eigenen Arbeits- und Lebenstraum nachzudenken. Und mit dem Denken nicht genug: Wer eine Idee entwickelt hat und meint, sie mit anderen oder allein erproben zu wollen, kann dies in Absprache mit dem Team gleich hier vor Ort tun. Einzige Bedingung: Sie sollte einen persönlichen und/oder gesellschaftlichen „Mehrwert“ haben, soll heißen: Für Menschen, die einfach nur ihren Hobbies nachgehen wollen oder hier die Möglichkeit sehen, kostenfrei einen Raum zu nutzen, um kostenpflichtige Angebote anzubieten, ist der Raum nicht gedacht.

Lesen Sie weiter unter: http://www.berufundberatung.de/selber-leben/

Postwachstum und Aufklärung 2.0

Ein Plädoyer für Freiheit, Individualität und Eigensinn

Postwachstums-Gedanken zum Essay von Gerhard Schulze „Das Drama der Freiheit“

Kürzlich habe ich diesen wunderbaren Essay von Gerhard Schulze entdeckt, den er 2007 in Ulrike Ackermanns Essayband „Welche Freiheit – Plädoyer für eine offene Gesellschaft“ veröffentlicht hat. Was für ein Lesegenuss diese 63 Seiten! Tiefe, kluge Gedanken, Hintergrundwissen und ein wirklich freier Geist! Etwas, was immer seltener wird in unserer schnelllebigen Zeit, in der die Meinung ohne Hintergrund, das ewig gleiche Nachgeplapper der immer gleichen Ansichten, die man sich irgendwann mal angeeignet und nie wieder überprüft hat und die „grün-liberalen“ Mainstream-Gedanken zum allen beherrschenden Tenor in dieser Gesellschaft geworden sind.

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Descartes, Newton & Co.

Was wir aus der Geschichte lernen können

„Die zunehmend global adaptierten Machtstrategien und das verknüpfte Menschenbild hängen eng mit unserem inzwischen weltweit favorisierten materialistisch-mechanistischen Weltbild zusammen und dem Denken, das aus dem Geist des Machens resultiert und machtförmiges Handeln provoziert. Dieses Weltbild, in dem die Welt einem nach strengen Gesetzen ablaufenden materiellen Uhrwerk gleicht (das auch das Descartes-Newtonsche klassische Weltbild genannt wird) ist selbstverständlich nicht die eigentliche Ursache. Es ist selbst Ergebnis und Legitimation einer historischen Entwicklung, in der patriarchale Hierarchien und machtgreifende Organisationsstrategien sowie ein verengter Monotheismus mit der Abspaltung des Menschen aus dem Reich der Natur eine wichtige Rolle spielen. Die Strategien unbegrenzter Machbarkeit fußen jedoch auf der materialistisch-mechanistischen Präzisierung dieser Weltvorstellungen und der dadurch ermöglichten erfolgreichen wissenschaftlich-technischen Entwicklung unserer Zivilisation. Das dafür benötigte (beherrschbare) Verfügungswissen liefern primär die empirischen Wissenschaften, die sich im Rahmen dieses Weltbildes am Grundprinzip einer behaupteten kausalen Geschlossenheit der materiellen Welt als ‚Realität’ (dinglichen Wirklichkeit) orientieren und diese (besonders auch über die politischen, sozialen und ökonomischen Wissenschaften) auf alle Lebenszusammenhänge und -prozesse auf der Erde projizieren. Dies schlägt sich wiederum in Formen des Handelns nieder, deren Ergebnisse solche Realität auf kurze Sicht streng zu legitimieren scheinen.“

 aus: Potsdamer Manifest, 2005 von Hans-Peter Dürr, J. Daniel Dahm und Rudolf zur Lippe

 

steineWir wissen es alle und machen trotzdem immer so weiter. Wir wissen, dass wir uns immer mehr dem Point of no Return – nähern, dem Punkt, an dem die Klimaveränderung durch den menschlichen Eingriff nicht mehr rückgängig zu machen ist und Naturkatastrophen unvorstellbaren Ausmaßes auslösen wird. Wir wissen, dass wir uns der Erschöpfung der nicht erneuerbaren Energien in Lichtgeschwindigkeit nähern – dem Peak of Oil und dem Peak of Everthing. Das lässt uns aber nicht aus unseren Wohlstands- und Wachstumsträumen erwachen. Wir sehen Flüchtlingsströme aus Bürgerkriegsgebieten und klimaverwüsteten Gegenden auf uns zurasen – doch anstatt Abhilfe zu schaffen, machen wir die Grenzen dicht. Wir haben eine Seelenruhe bei all dem und glauben, dass wir in einer endlosen Gegenwart leben, in der es immer so weiter gehen wird – trotzalledem – vielleicht mit ein bisschen Veränderung – ein bisschen grünes Wachstum, ein bisschen nachhaltigen Konsum – ein bisschen Social-Business – aber ansonsten alles beim Alten – Wachstum und Konsumwohlstand für die globale Welt. Und wir zimmern uns eine Vergangenheit, die uns bestätigt auf dem rechten Weg zu sein – eine lineare, stetig dem Fortschritt dienende Vergangenheit, in der es keine Widersprüche gab, keine Stolpersteine und keine anderen Deutungen als die, die wir für die beste aller Deutungen halten. Aber wie war das eigentlich tatsächlich? Woher beziehen wir die Annahme über die Welt, wie wir sie sehen? Könnte es nicht auch anders gewesen sein? Vielschichtiger – breiter – eine Entwicklung, die mit unserer heutigen Zivilisation noch lange nicht an ihr Ende gekommen ist?

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Ich coach doch nicht fürs Hamsterrad…

Über Sinn und Unsinn des Jobcoachings bei Bildungsträgern

Paul Ariés, der französische Sozialist und Wachstumsrücknahme-Aktivist hat es in der erdmannchen9Talk-Show Paris – Berlin Arbeit – Sinn des Lebens?auf den Punkt gebracht: „Wir kehren zurück zur Dienergesellschaft des 19. Jahrhunderts.“ Gemeint ist die massenhafte Verdingung unzureichend qualifizierter Menschen im prekären Niedriglohnsektor, der auch in Deutschland nicht einmal zur Lebenserhaltung ausreicht. Laut einer OECD-Studie sagt Paul Ariés, „werden wir im 21. Jahrhundert nur noch 20 Prozent qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze haben – die Ausbildungsberufe – und 80 Prozent nicht qualifizierte und schlecht bezahlte Arbeitsplätze – die sogenannten Hilfsberufe.“ Die meisten Menschen, die sich in Deutschland im Niedriglohnsektor verdingen, beziehen ergänzend ALG II. Ein Leben nicht nur in Armut, sondern auch in äußerster Entwürdigung ist häufig das Resultat. Denn die Erwerbsarbeit, das Einkommen und der Konsum stehen im Mittelpunkt unserer Gesellschaft. Sind diese drei Dinge nicht in ausreichendem Maße vorhanden, wandert man automatisch ab in die „Unterschicht“. Bei prekär beschäftigten Akademikern – die sich häufig auch weit unter ihrer Qualifikation verkaufen müssen – spricht man vom „akademischen Proletariat“. Dass das so ist, liegt daran, dass wir in unserer Gesellschaft Werte wie Freundschaft, Liebe, Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliches Engagement, unentgeltliches Tätigkeitsein, Muße, Nichts-Tun, Faul-sein weit unter die Werte „Erwerbsarbeit, Einkommen, Konsum“ angesiedelt haben. Ohne diese drei obersten Werte ist alles andere nichts. Ein Angestellter, der sich neben seiner Erwerbsarbeit ehrenamtlich engagiert, ist hoch angesehen, erhält Wertschätzung. Eine Hartz-IV-Empfängerin, die sich ebenfalls ehrenamtlich engagiert, erhält diese Wertschätzung von der Gesellschaft oft nicht. Bei ihr wird – bewusst oder unbewusst -, impliziert, dass sie das nur tut, um nicht zuhause herumzusitzen, ja man erwartet es quasi von ihr, damit sie, die „Schmarotzerin“, die von Steuergeldern lebt, der Gesellschaft wenigstens etwas zurück gibt. Und hier beginnt die absolute Entwertung des Menschen, der ohne Erwerbsarbeit nicht nur Einkommen und Konsumstärke einbüßt, sondern mit dem Verlust des Arbeitsplatzes auch die gesellschaftliche Anerkennung und im schlimmsten Falle seine Würde verliert.

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„Dann putzt doch keiner mehr…“

Warum gesellschaftliche Transformationen nicht am Wischmob scheitern müssen oder Putzen geht auch mit Grundeinkommen

SchreibtischDie Sache mit dem Putzen war ja schon immer ein Totschlag-Argument, wenn es um gesellschaftliche Veränderungsprozesse und Visionen ging. Solange die Frage nach dem Putzen nicht geklärt ist, scheint es aussichtslos Transformationsprozesse anzuschieben. Bei jeder Debatte um die Einführung eines Grundeinkommens stellt mindestens eine Frau die Putzfrage. Mittlerweile stimmen auch die durch die Frauenbewegung gut erzogenen Männer in den „Wer-macht-denn-dann-die-Drecksarbeit?“ – Gesang ein. Vor allem Akademiker scheinen sich nicht vorstellen zu können, dass jemand freiwillig und ohne Zwang putzt, Müll entsorgt, die Straße fegt, am Fließband steht. Das war schon in den 60ziger Jahren so: Ältere Zeitgenossen erinnern sich sicher noch an die Aufmärsche linker Studenten vor den Fabriktoren, die die Arbeiter durch Flugblätter und viel akademischen Imperialismus-Sprech davon überzeugen wollten, die Arbeit niederzulegen und sich zu befreien. In den 80zigern saß ich oft im Buchladen von Freunden und wir diskutieren hitzig über die Weltrevolution, Literatur, Kunst, die aktuelle politische Situation, bis dann irgendwann die Freundin meines Kumpels, die sich an der Diskussion nicht beteiligt hatte, den Besen schwenkend vor uns stand und fragte: „Und wer putzt?“ In der „Kommune I“ sollen die Frauen irgendwann mal das ganze Geschirr weggeschmissen und nur noch für jeden einen Becher, einen Teller und ein Besteck übrig gelassen haben. Jeder war ab diesen Zeitpunkt für sein Geschirr selbstverantwortlich.

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Transformationsmodelle

Wege in eine Postwachstumsgesellschaft

Interessanterweise sind mir in den letzten Tagen gleich drei Transformationsmodelle, die in die Postwachstumsgesellschaft führen sollen, ins Visier geraten. Ich will sie hier kurz erwähnen – ich habe mich noch nicht mit allen intensiv auseinandergesetzt. Aber spannend sind sicher alle drei. Weiterlesen